Schneeball-Erde: Als der Planet zweimal durchfror
Vor 720 und 635 Millionen Jahren reichte Eis bis zum Äquator und die Erde wurde zweimal zum Schneeball.

Eis von den Polen bis zum Äquator
Vor etwa 720 und 635 Millionen Jahren stiessen Gletscher von beiden Polen bis zum Äquator vor und deckten Ozeane Millionen Jahre mit einem Kilometer Eis zu. Mitteltemperaturen fielen auf minus 50 Grad, und Regen stoppte, weil Verdunstung fast völlig einfror.
Geologen fanden Dropstones, die Eisberge in tropische Meeresböden Namibias und Australiens fallen liessen, als Beweis für Äquatoreis. Über glazialen Ablagerungen liegen Kappkarbonate, helle Kalkschichten, die entstanden, als Vulkan-Kohlendioxid das Eis in 2000 Jahren schmolz.
Wie das Leben dem Frost entkam
Vulkane brachen weiter durch Risse aus und bauten Kohlendioxid aufs 350-Fache von heute, bis Treibhauswärme das Eis sprengte. Fotosynthese-Algen und Schwämme überlebten in Schmelztümpeln, heissen Quellen und dünnen Eisrändern, Fossilien zeigen, Plankton verschwand nie ganz.
Als das Eis schmolz, fluteten Nährstoffe die Meere und Sauerstoff stieg, was Ediacara-Leben vor 600 Millionen Jahren und Kambrische Explosion vor 540 Millionen Jahren nährte. Ohne Schneeball-Stress hätten komplexe Tiere mit Augen, Beinen und Schalen nie so schnell evolviert.
- Zeiten: 720 Ma Sturt, 635 Ma Marino
- Eis: bis Äquator, 1 km dick, minus 50 Grad
- Belege: Dropstones, Kappkarbonate
- Rettung: Vulkan-CO2, 350-mal heute
- Ergebnis: Ediacara, dann Kambrium-Explosion